Über uns
Jede*r hat Geschichten. Sie handeln von sich und der ganzen Welt. Wir möchten Kindern und Jugendlichen dabei helfen, diese Geschichten zu erzählen. Genauso wie es passt: in Worten oder Bildern, laut oder leise, auf dem Papier oder im Raum, analog oder digital, für sich oder auch für andere.
Seit 2015 sind wir als Verein in der kulturellen Bildung aktiv und bieten Kindern und Jugendlichen Raum zum künstlerischen Erleben kreativer Prozesse mit Schwerpunkt auf visuelles Forschen und Erzählen.
Neben stadtweiten Kooperationsprojekten bietet der Verein fortlaufende und kompakte Kurse, Workshops und offene Werkstatt-Nachmittage an. Das selbstbestimmte Arbeiten, die Ergebnisoffenheit und der Austausch innerhalb der Gruppe stehen hierbei im Vordergrund.




Visuelles Forschen und Erzählen
Wir erforschen, was aus einigen Worten, einem Bild oder einer lustigen Idee alles werden kann. Wir zeichnen und kritzeln, erzählen und hören zu, kleben und schneiden, drucken und stempeln, falzen, heften, bauen und binden – und lassen uns überraschen, was am Ende dabei rauskommt. Vielleicht ein Buch oder ein Plakat? Ein kurzer Zeichentrickfilm oder ein Daumenkino? Ein kopiertes Zine Magazin oder ein aufwendiger Linoldruck? Ein dreidimensionales Objekt oder etwas ganz anderes.
Selbstbestimmtes Arbeiten, Kreative Prozesse und Ergebnisoffenheit
Genauso wichtig wie ein tolles Ergebnis ist der Weg dorthin: der kreative Prozess, die künstlerische Auseinandersetzung und das selbstbestimmte Arbeiten. Was und wie möchte ich erzählen? Was macht mir Spaß? Welchen Anspruch habe ich, was begeistert mich? Wer kann mir helfen? Was muss ich dafür lernen, was kann ich schon? Wie lange dauert das? Halte ich das durch?
Inspiration und Freude, Spaß und Fortschritte gehören dabei genauso dazu wie Frust, Lustlosigkeit, Langeweile und Zweifel. Wir ermutigen dazu, diesen kreativen Prozessen zu vertrauen, Neues auszuprobieren oder – wenn nötig – Ausdauer zu entwickeln. Wir unterstützen bei Herausforderungen und geben Impulse, die für die Umsetzung der Ideen erforderlich sind. Es gibt kein richtig oder falsch, kein schön oder hässlich. Ergebnisoffenheit steht dabei im Vordergrund.
Künstlerisches Experimentieren
Mit oder ohne Plan – ausprobieren, erfahren und austauschen sind der Kern von Kreativität. Wir experimentieren mit vielen verschiedenen Materialien und künstlerischen Techniken, lernen voneinander und lassen uns inspirieren. Wir beobachten Momente, sammeln Eindrücke, suchen Verborgenes und finden Geschichten. Das alles ohne Druck und vorgegebenem Ziel. Jed*r im eigenen Tempo mit eigenem Fokus und persönlichem Ausdruck.
Sinnliche Wahrnehmung und Materialien erleben
Für viele ist der Kontakt mit Materialien ein wichtiger Impuls für den künstlerischen Prozess: sinnliches Erleben von Farbe, Haptik, Geruch und andere materialspezifische Eigenschaften. Wie lässt sich das Material verarbeiten? Leistet es Widerstand oder ist es leicht formbar? Muss ich es mit dem Cutter oder mit der Schere schneiden? Kann ich es kneten, knüllen oder reißen? Was klebt wie stark und wie schnell? Welcher Stift entspricht mir? Konstruiere ich gerne oder mag ich Zufallsprozesse? Je nach Persönlichkeit oder Stimmung können die verschiedenen Materialien und Techniken passende Zugänge für weitere Prozesse und eine tiefere Auseinandersetzung anstoßen. Sie können befreien und öffnen, Unbekanntes erfahrbar machen und sich selbst neu erleben lassen.




Werkstatt
Die Buchkinderwerkstatt ist zugleich Basis und Dach unserer Arbeit. Sie ist ein Ort des künstlerischen Forschens, des handwerklichen Erproben und gestalterischen Experiments. Hier finden unsere wöchentlichen Kurse, kompakte Projekte, Workshops und Offenen Angeboten statt.
Unsere Werkstatt teilen wir seit 2025 mit der Ateliergemeinschaft Berta – art spaceship studio.
Wir haben die Räume so gestaltet, dass sie sowohl offen und inspirierend sind, als auch die nötige Struktur geben. Durch die gute Ausstattung ist eine große Bandbreite an künstlerischen, gestalterischen und handwerklichen Techniken umsetzbar. Dazu gehören viele verschiedene Materialien, Werkzeuge, Hilfsmittel und Maschinen, die zum Benutzen, Experimentieren und Ausprobieren einladen. Dabei ist uns eine sorgfältige Auswahl der Materialien und Werkzeug besonders wichtig.
Im Zentrum steht ein großer Arbeitstisch. Hier können wir uns versammeln, uns austauschen oder an unseren Projekten arbeiten. Wer Lust auf Farbe und Wasser, Walzen und Pinsel hat, kann sich im Druck-Labor ausleben. Große Objekte können auf dem Boden konstruiert und an den Schreibmaschinen Geschichten (oder Bilder) getippt werden. Und wer sich dringend mal ne Runde bewegen muss, kann im Garten Energie ablassen.
Zugleich ist die Werkstatt auch der Ort, an dem das Team zum Arbeiten, Austauschen, Planen zusammenkommt. Wir treffen uns hier in den verschiedenen Projektgruppen zum Besprechen und Vorbereiten. Im hinteren Raum befinden sich unser Lager und das analoge Archiv. Hier lagern auch die Projektkisten der Kursteilnehmenden, mit ihren angefangene Arbeiten.

Wie wir uns finanzieren
Die Mitglieds- und Kursbeiträge decken nicht die Kosten für Personal, Miete und Materialien. Unsere Arbeit wird hauptsächlich durch die strukturelle und projektbasierte Förderung der Stadt Kassel und länderspezifische und bundesweite Förderprogramme finanziert.
Wir sind sehr glücklich, dass wir seit zwei Jahren die Miete und die Betriebsnebenkosten über eine institutionelle Förderung durch die Stadt Kassel abdecken können.
Uns ist es außerdem wichtig, dass alle, die bei uns arbeiten, fair bezahlt werden. Menschen, die wie wir im Kultur- und Kunstbetrieb arbeiten, leben oft an und unterhalb der Armutsgrenze. Wir sind kreativ und können auch mit wenig Geld über die Runden kommen, haben aber auch Verpflichtungen im Leben. Die meisten von uns haben selbst Kinder und viele sind alleinerziehend. Dauerhaft in prekären Verhältnissen zu leben und eine finanzielle Unsicherheit lassen sich auf Dauer nicht gut verkraften. Wir glauben, dass wir alle eine wertvolle Arbeit machen, die fair bezahlt werden muss. Deshalb liegen die Stundenhonorare für die künstlerische Leitung von Angeboten bei rund 50 € – je nachdem, wie viel Geld gerade im Topf ist. Seit 2024 haben wir uns dazu entschieden, die administrative Arbeit zu vergüten. Diese Arbeit wurde die letzten sechs Jahre ehrenamtlich erledigt.
Wir glauben, dass es viele Menschen, die eigentlich im Kulturbereich arbeiten möchten und diesen diverser machen und bereichen würden, ausschließt, weil die Arbeitsbedingungen so unsicher sind. Wir wollen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es gerechter zugeht und uns dafür einsetzen, die Voraussetzungen etwas besser zu machen.
